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13.06.2018 | 20:59 Uhr

Westfalenpost: Lorenz Redicker zur Pflege

Hagen (ots) - Geahnt, befürchtet haben wir es: Pflege im Heim
macht krank. Zu viele Senioren kommen ausgetrocknet, mit
Wundgeschwüren oder Beruhigungsmitteln ins Krankenhaus. Die Studie
der BKK Nordwest belegt das. Wer sich zu Hause pflegen lässt (wo
Angehörige zumindest einen Blick auf die Alten haben, wenn sie nicht
selbst pflegen), ist besser dran. Das ist kein Vorwurf gegen die oft
aufopferungsvolle Arbeit des Personals in den Pflegeheimen. Im
dramatischen Befund zeigt sich vielmehr die hässliche Fratze des
Pflegenotstands. Wo Pflegerinnen und Pfleger fehlen, nicht nur
vereinzelt, sondern in großer Zahl, kann das nicht ohne Folgen
bleiben. Wenn die Bundesregierung jetzt 13&amp;#8201;000 zusätzliche
Stellen für die Pflege verspricht, ist das erst einmal nicht mehr als
ein gut gemeinter erster Schritt. Der Notstand wird so nicht behoben,
nur ein wenig gelindert. Es ist etwas aus dem Ruder gelaufen bei der
Pflege in Deutschland. Viel zu sehr haben wir auf die Kosten
geachtet. Pflege sollte effizient gestaltet werden, um Sozialabgaben
niedrig zu halten, um Beschäftigte und Arbeitgeber nicht zu stark zu
belasten. Das aber sollte nur ein Nebenaspekt sein, die wichtige, die
richtige Frage müsste doch lauten: Was brauchen wir für die Pflege?
Was sind uns die Alten wert? Die Antwort fällt auf uns zurück. Denn
am Ende sind wir alle alt.



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Westfalenpost
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Telefon: 02331/9174160

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