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17.04.2018 | 02:00 Uhr

Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin

Frankfurt am Main (ots) - Ein breites Bündnis von Finanzakteuren,
Wissenschaftlern sowie Organisationen der Zivilgesellschaft und der
Kirche formuliert konkrete Forderungen an die handelnden politischen
Akteure auf europäischer und deutscher Ebene. Mit der Unterzeichnung
des Pariser Klimaabkommens und den Nachhaltigkeitszielen der
Vereinten Nationen (SDGs) hat die Weltgemeinschaft wichtige und
dringend notwendige Entscheidungen für eine nachhaltigere Entwicklung
für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft getroffen. Es ist höchste
Zeit, die notwendigen Schritte zur Erreichung dieser Vereinbarungen
nun auch in die Tat umzusetzen. Der Finanzindustrie kommt dabei eine
Schlüsselrolle zu, denn Banken und Investoren haben mit der bewussten
Steuerung von Geldströmen einen enormen Einfluss auf die nachhaltige
Transformation der Gesamtwirtschaft und vieler gesellschaftlicher
Rahmenbedingungen.

Richtigerweise arbeiten sowohl die EU-Kommission als auch das
Europäische Parlament aktuell an verschiedenen
Gesetzgebungsinitiativen (wie dem "Action Plan: Financing Sustainable
Growth"), die konkrete und weitreichende Vorschläge beinhalten, wie
die Finanzwirtschaft ihren notwendigen und wichtigen Beitrag leisten
und gleichzeitig zu Stabilität beitragen kann.

Ziel des offenen Briefes

Die Initiatoren und Unterzeichner dieses Briefes begrüßen die
aktuelle Dynamik zum Thema Sustainable Finance. Sie sehen bereits
eine Vielzahl von notwendigen und wichtigen Aspekten in den aktuellen
Initiativen berücksichtigt, bei denen jeweils in den nächsten Wochen
entscheidende Schritte anstehen. Daher werden die handelnden
politischen Akteure auf europäischer sowie auf deutscher Ebene darin
bestärkt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und bereits
angedachte, weitreichende Veränderungen nicht mehr aufzuweichen. Bei
einigen wichtigen Punkten sehen sie allerdings noch zusätzlichen und
dringenden Handlungsbedarf, da sie bislang noch nicht oder nicht
ausreichend berücksichtigt wurden. Hier die jeweils wichtigsten
Punkte zu den adressierten The-menfeldern in Kürze:

1. EU-Klassifizierungssystem zur Definition von Sustainable
Finance - nicht nur Green Finance: Die EU-Kommission will
richtigerweise im ersten Schritt eine solche Systematik ein-führen,
da sie als Grundlage für viele weitere Maßnahmen erforderlich ist.
Bei dem Prozess sollte der Fokus aber nicht zunächst nur auf den
Klimawandel gelegt werden, sondern von Beginn an ein umfassendes
Nachhaltigkeitsverständnis zu Grunde legen, um die Auswirkungen von
finanziellen Aktivitäten sowohl auf ökologische wie auch soziale
Themen zu berücksichtigen. Eine entsprechende Orientierung hierfür
können die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen sein.

2. Treuhänderische Pflichten und verstärkte Nutzung von
Stimmrechten: Der verantwortungsvolle Umgang mit den Mitteln von
Dritten erfordert zwingend, ESG-Aspekte in den Entscheidungsprozess
für Investitionen einzubeziehen und gegenüber den Investoren
transparent zu machen, denn jede Investition hat neben der
finanziellen auch eine gesellschaftliche Wirkung. Aktuell wird dies
in den einschlägigen Bestimmungen noch nicht ausreichend
berücksichtigt und bestimmte Nachhaltigkeitsstandards müssen in allen
Bereichen und auf allen Ebenen der Geldanlage wirksam werden. Die
Verantwortung der Investoren gegenüber Gesellschaft und Umwelt drückt
sich auch in einer aktiven Nutzung ihrer Einflussmöglichkeit im Zuge
von Stimmrechtsausübungen aus.

3. Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken, verstärkte Transparenz
und weiterentwickelte Finanzmarkt-Regulierung: Zur Schaffung von
Transparenz sind weitere Schritte zur umfas-senden und einheitlichen
Offenlegung von ESG-Risiken bei Finanzinstituten und zu den
Auswirkungen ökonomischer Prozesse auf Gesellschaft und Umwelt
erforderlich. Diese Risiken müssen auch durch unterschiedliche
Eigenkapitalanforderungen für nachhaltige und nicht-nachhaltige und
somit auch volkswirtschaftlich schädliche Wirtschaftsweisen,
Berücksichtigung finden. In diesem Zusammenhang ist die Regulierung
der Finanzwirtschaft weiterzuentwickeln - was aber nicht mehr,
sondern eine bessere Regulatorik bedeutet.

4. Aufnahme von Nachhaltigkeitsaspekten in die Mandatierung der
europäischen Aufsichtsbehörden: Im Rahmen dieser bereits geplanten
Maßnahmen sollen unter anderem systematisches Kurzfristdenken
ausgeschlossen und umfassende Nachhaltigkeitsaspekte auch in den
Bereichen Risikomanagement und -minimierung betrachtet werden.

Den kompletten Brief mit allen Forderungen, die in der weiteren
Umsetzung berücksichtigt werden sollten, finden Sie unter
www.triodos.de/offener-brief-zum-thema-sustainable-finance.

Initiatoren und Unterzeichner des offenen Briefes

Der offene Brief repräsentiert eine Vielzahl von Finanzakteuren,
Wissenschaftlern sowie Organisationen der Zivilgesellschaft und
Kirche, die mit einer gewichtigen Stimme aus Deutschland dazu
aufrufen, nachhaltige Themen in den aktuellen Gesetzgebungsverfahren
möglichst weitgehend zu berücksichtigen. Die Unterzeichner des
Briefes aus dem Finanzsektor repräsentieren ein Finanzvolumen von
über 150 Mrd. Euro.

Initiatoren des Briefes

- CRIC e.V.
- Germanwatch e.V.
- Institute for Social Banking e.V.
- Invest in Visions GmbH
- Hannoversche Kassen
- Triodos Bank N.V. Deutschland
- Prof. Dr. Christian Klein, Corporate Finance, Universität Kassel
- SÜDWIND e.V.
- WWF Deutschland

Unterzeichner

- Arbeitskreis Kirchlicher Investoren in der evangelischen Kirche
in Deutschland
- B.A.U.M. e.V.
- Bank für Kirche und Caritas eG
- Bank für Kirche und Diakonie eG- KD-Bank
- Bank für Sozialwirtschaft AG
- Bank im Bistum Essen
- Darlehnskasse Münster eG
- E3G - Third Generation Environmentalism Ltd
- EthikBank eG
- Evangelische Bank eG
- Facing Finance e.V.
- Fair Finance Institute
- filia.die frauenstiftung
- Finance in Motion GmbH
- FinanceWatch Bruessel
- Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V.
- GLS Gemeinschaftsbank eG
- GLS Treuhand e.V.
- GOOD GROWTH INSTITUT für globale Vermögensentwicklung mbH
- GreenCity Energy AG
- imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen
mbH
- Institut für Finanzdienstleistungen e.V.
- Investabel
- Jesuitenmission
- MenschBank e.V.
- Murphy&amp;Spitz Green Capital AG
- NABU-Naturschutzbund Deutschland e.V.
- Oikocredit Geschäftsstelle Deutschland
- ökofinanz-21 e.V.
- Pax Bank eG
- Permagold eG
- PHINEO gemeinnützige AG
- ProVita Gesellschaft zur Vermittlung von umwelt- und
sachwertorientierten Kapitalanlagen mbH
- proxidea
- Rat für Nachhaltige Entwicklung
- Roots of Impact GmbH
- Shareholders for Change
- Social Impact gGmbH
- Steyler Bank GmbH
- Stiftung trias gemeinnützige Stiftung für Boden, Ökologie und
Wohnen
- UDI Beratungsgesellschaft mbH
- UmweltBank AG
- Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Unterzeichner/innen aus Forschung und Wissenschaft:

- Prof. Dr. Alexander Bassen - Lehrstuhl für Betriebswirtschaft,
insb. Kapitalmärkte und Unternehmensführung, Universität Hamburg
- Prof. Dr. Timo Busch - Fakultät Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften, Universität Hamburg
- Dr. Daniel Dahm - Vice Director, European Center for
Sustainability Research ECS, Zeppelin University
- Prof. Dr. Gregor Dorfleitner - Lehrstuhl für Finanzierung und
Center of Finance, Universität Regensburg
- Prof. Dr. Rüdiger Hahn - Fachgebiet BWL, insb.
Nachhaltigkeitsmanagement, Universität Hohenheim
- Prof. Dr. Doris Neuberger - Lehrstuhl Geld und Kredit,
Universität Rostock
- Prof. Dr. Dorothea Schäfer, Forschungsdirektorin Finanzmärkte
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW, Jönköping
International Business School/Department of Economics, Jönköping
University, Schweden
- Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Schaltegger - Centre for
Sustainability Management, Leuphana Universität Lüneburg
- Prof. Dr. Dirk Schiereck - Corporate Finance, TU Darmstadt
- Prof. Dr. Marco Wilkens - Lehrstuhl für Finanz- und
Bankwirtschaft, Universität Augsburg
- Priv.-Doz. Maximilian Wimmer - Lehrstuhl Finanzwirtschaft und
Finanzmarktinstitutionen, Universität Mannheim



Pressekontakt:
Florian Koss
Head of Communications &amp; Marketing
Triodos Bank N.V. Deutschland
Mainzer Landstr. 211
60326 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0)69-7171-9183
Mobil:+49 (0)713 699 0067
E-mail: presse@triodos.de

Matthias Kopp
Head of Sustainable Finance
WWF Deutschland
Reinhardtstr. 18
D-10117 Berlin

Tel.: +49 (0)151-18854-901
E-mail: matthias.kopp@wwf.de

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Quelle: http://www.presseportal.de

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